
Autoren: Merle Sophie Schenk
Verlag: Elsevier, 1. Auflage
ISBN: 9783437442759
Preis: ca. 12 CHF
Das Heft “Medizinstudium: Lernen, Organisation, Physikum” setzt sich aus drei Teilen zusammen: Im ersten Teil “How to… Vorklinik” finden sich Hinweise und Tipps für die Vorbereitung auf und die Selbstorganisation innerhalb des Medizinstudiums. Im zweiten Teil “How to… Physikum” erfährt man, was einen beim ersten medizinischen Staatsexamen in Deutschland erwartet und wie man sich am besten darauf vorbereitet. Im dritten Teil finden sich Lernpläne und Tipps für das Kreuzen in Vorbereitung auf das Physikum.
Das Wichtigste vorweg: Für Medizinstudierende in der Schweiz ist faktisch nur das erste (lediglich 7 Seiten lange) Kapitel relevant. Denn die Vorklinik wird in der Schweiz im Gegensatz zu Deutschland nicht mit einem bundesweit einheitlichen Staatsexamen abgeschlossen, an welchem (fast) sämtliche Inhalte der ersten zwei Jahre nochmals geprüft werden. Auch zur Vorbereitung auf die mündlichen Prüfungen im 2. Studienjahr dürfte es sich deutlich mehr lohnen, auf Erfahrungsberichte und Tipps früherer Jahrgänge zu vertrauen als auf Unterlagen, welche das Deutschland-spezifische Physikum zum Gegenstand haben.
Trotzdem enthält das Heft im ersten Kapitel durchaus wertvolle Tipps für das Medizinstudium auch in der Schweiz. Es finden sich dort etwa ein Überblick über die verschiedenen Lernressourcen (z.B. Anatomieatlanten, Online-Plattformen wie via medici, Kurzlehrbücher, etc. etc.) und deren Vor- und Nachteile, Ausführungen zu den verschiedenen Lerntypen, Tipps für ein gutes Lernumfeld, Time-Management und die Vorbereitung auf (schriftliche und mündliche) Prüfungen im Allgemeinen sowie Hilfestellungen im Umgang mit Stress. Wer frisch vom Gymnasium ins Medizinstudium startet, ohne vorher schon (kurz) etwas anderes studiert zu haben, und sich etwas verloren fühlt, für den kann sich das Heft also definitiv lohnen. Wer aufs Geld schauen muss (das Heft kostet je nach Anbieter einzeln zwischen 10 EUR und 16,90 CHF), dem sei jedoch versichert, dass man auch im ersten Kapitel eigentlich nichts lernt, was man nicht durch eine Kombination aus gesundem Menschenverstand und Kontakt zu Studierenden höherer Semester früher oder später ohnehin erfahren würde.